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Meine Hospitation im SRH Kurpfalzkrankenhaus

Daniel Jäger easyCare auf Station – Hospitation im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, Einblicke in die Pflege

22. Juli 2026

04:30 Uhr

Am 19.01.2026 hatten wir eine großartige Neujahrsfeier in der Majolika Karlsruhe mit vielen unserer Kollegen aus ganz Deutschland – um diese Uhrzeit bin ich an diesem Abend nach Hause gekommen. Heute, am 19.02.2026, klingelt um diese Uhrzeit mein Wecker.

Die Uhrzeit ist für mich als klassischer Büromensch gewöhnungsbedürftig, aber gut, das wird heute nicht der letzte Schritt raus aus meiner Komfortzone bleiben. Denn ich starte mein Praktikum zusammen mit Eileen im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg auf der neurologischen Frührehabilitation (Phase B). Hier werden Patienten nach schweren neurologischen Erkrankungen – häufig nach Schlaganfällen – intensiv betreut und Schritt für Schritt zurück ins Leben geführt.

easyCare Team Neujahrsfeier 2026 Majolika Karlsruhe – Pflegefachkräfte und Mitarbeiter der Personaldienstleistung easyCare Mitarbeiter feiern gemeinsam – Zeitarbeit Pflege mit echtem Teamgeist

Wie es dazu kam: die Daniel-Jäger-Auktion

Aber kurz dazu, wie es überhaupt dazu kam: Für unsere Neujahrsfeier suchten wir nach einem Programm und unser Team kam spontan auf die Idee, mich zu versteigern. Was als Witz begann, wurde schnell ernst: unsere Geschäftsführerin Hülya hat die Chance direkt erkannt, ein Praktikum in der Pflege und wir „verkaufen“ unseren Daniel. Wir einigen uns darauf, es für einen guten Zweck zu machen und ich bin dabei.

Ich komme selbst nicht aus der Pflege, sondern aus der Personaldienstleistung. Auch wenn ich seit fast sieben Jahren bei easyCare bin, kenne ich vieles nur aus der Theorie. Für mich ist schon länger klar: Ich möchte die Praxis hautnah kennenlernen.

Unsere Gäste waren logischerweise überrascht, doch mit fortschreitender Stunde und bester Stimmung wurde der Preis immer weiter in die Höhe getrieben.

Daniel Jäger Auktion Poster – stellv. Geschäftsführer easyCare Personaldienstleistung im Pflegeeinsatz 1 Tag mit Daniel im Pflegealltag – Erlös für Kinderhospiz Sterntaler Mannheim, easyCare verdoppelt den Betrag

Erlös für das Kinderhospiz Sterntaler

2.000 €

Die Auktion gewannen Sabrina und Eileen mit gemeinsamen 700 €, die easyCare kurzerhand auf 2.000 € erhöht hat. Gespendet wurde an das Sterntaler Kinderhospiz in Mannheim. Nochmal einen großen Dank an alle, die mitgemacht haben.

Zurück zum heutigen Tag

Ich habe im Vorfeld alles mit Eileen besprochen und freue mich sehr, dass sie die Auktion gewonnen hat. Eileen ist bereits seit Mai 2018 ein Teil von easyCare und über unsere Telefonate, Einsatzerfahrungen sowie die eine oder andere Feier könnte ich einen eigenen Blogartikel schreiben. Ich schätze jedes einzelne Telefonat und freue mich auf die nächsten Tausend.

Ich bin auf dem Weg nach Heidelberg bei strömendem Regen. Gegen Ende der Strecke entdecke ich auf der Autobahn ein easyCare-Fahrzeug vor mir. Klar, denke ich, das muss Eileen sein. Während eines Telefonats mit Eileen stellt sich heraus: Ich liege falsch. Eileen fährt einige Kilometer hinter mir. Vor mir ist Shpetim, ein weiterer easyCare-Kollege, ebenfalls Frühdienst im SRH. Passt auch sehr gut, denn Eileen teilte mir mit, dass er mir heute seine Parkkarte überlassen möchte. Ich würde dies gerne verweigern und Shpetim in der Garage parken lassen, er lässt mir jedoch leider keine Chance. Diese Geste beweist seine Großzügigkeit! Auch er war an diesem Tag für mich eine große Hilfe.

Im Parkhaus treffe ich dann endlich Eileen und wir gehen gemeinsam ins Klinikum. Nach dem Umziehen stehe ich da in meinem Kasack und weiß: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Daniel Jäger und Eileen auf dem Weg zur Station – SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, easyCare Pflegekraft im Einsatz Pflegeteam auf dem Stationsflur SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg – neurologische Frührehabilitation Phase B, easyCare Zeitarbeit Pflege Daniel Jäger im Kasack auf der Pflegestation – Hospitation SRH Kurpfalzkrankenhaus, Einblick in den Pflegealltag

Bei der Übergabe

Bei der Übergabe lerne ich das Team kennen. Ich stelle mich als Praktikant vor und werde direkt offen aufgenommen. Der Nachtdienst berichtet und ich merke schnell: Inhaltlich kann ich wenig folgen. Ich verstehe das Wort „Diarrhö“ – und das war’s dann leider schon. Bis auf meine Süßigkeiten habe ich hier nichts beizusteuern und halte mich erstmal zurück.

Nach der Übergabe geht es direkt los mit dem Richten der Medikamente. Im gesamten Team nehme ich eine witzige und lockere, aber gleichzeitig sehr professionelle Stimmung wahr. Ich darf gleich mithelfen und bekomme die Aufgabe, 20 Tropfen abzumessen. Klingt einfach, fühlt sich aber überraschend wichtig an. Am Ende sind es tatsächlich genau 20. Mein erster kleiner persönlicher Erfolg.

Dann geht es zu den Patienten. Ich darf Vitalwerte messen: Blutdruck, Puls, Temperatur. Ich lege die Blutdruckmanschette an – Eileen korrigiert mich und erklärt mir, sie ist falsch herum. Beim zweiten Versuch funktioniert es. Die Patientin, selbst ehemalige Krankenschwester, reagiert mit einem verständnisvollen Lächeln.

Grundpflege

Mit jedem Patienten werde ich sicherer. Während ich messe, kümmert sich Eileen um Medikamente, Sonden und das allgemeine Wohlbefinden. Mir wird schnell klar: Multitasking ist hier keine Option, sondern Standard.

Dann kommt der Teil, vor dem ich den größten Respekt hatte: die Grundpflege. Waschen, lagern, versorgen, und vor allem: Inkontinenzversorgung.

Beim ersten Mal helfe ich nur unterstützend und ich muss gestehen: Der Geruch von Urin und Kot ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Bei der zweiten Patientin überlässt mir Eileen überraschend die Aufgabe. Hülya deutete bei der Auktion an, dass ich für alles bereitstehe und ich kenne heute kein „Nein“.

In meinem Berufsalltag habe ich naturgemäß wenig Berührungspunkte mit den pflegerischen Aufgaben rund um die Inkontinenzversorgung, und es wäre gelogen, wenn mich das anfangs keine Überwindung gekostet hätte. Nach dem ersten Kontakt und langsamer Gewöhnungsphase läuft jedoch alles von alleine und im Endeffekt ist alles nur menschlich. Eileen ist stolz auf mich und ich bin es auch ein bisschen.

Mobilisation

Anschließend kleiden und mobilisieren wir die Patienten für ihre Therapien. Bei der Mobilisation habe ich großen Respekt davor, etwas falsch zu machen und fallen zu lassen. Die Patienten wiegen zwischen 50 bis 80 kg und sind halbseitig gelähmt. Wie bekommt man diese Person nun in den Rollstuhl? Eileen strahlt eine Ruhe und Sicherheit aus, die sich sofort überträgt. Ich bin nur eine Hilfestellung bei der Mobilisation und Eileen meistert alles eigentlich alleine. Was für sie Alltag ist, wirkt auf mich sehr beeindruckend.

Schritt für Schritt darf ich mehr mithelfen und verstehe, worauf es ankommt. Letztendlich haben wir durch Teamarbeit, und vor allem durch Eileen, alle in ihre Rollstühle bekommen.

Das Einzige, was mir heute wirklich von Anfang an leichtgefallen ist, war das Leeren der Katheter. Shpetim schätzt gefühlt jeden Inhalt richtig und ich vergesse nur einmal fast, den Urinstand zu dokumentieren.

Pflegekraft bei der Patientenversorgung – Grundpflege und Mobilisation in der neurologischen Rehabilitation Daniel Jäger bei der Arbeit auf der Pflegestation SRH Heidelberg – Dokumentation und Patientenbegleitung

Der restliche Tag vergeht schnell: Medikamente richten, Arztanweisungen umsetzen, Patienten zurückholen, wieder ins Bett bringen, dokumentieren, Werte erfassen. Zwischendurch immer wieder Hände desinfizieren, Handschuhe wechseln, konzentriert bleiben.

Was bleibt: großer Respekt

Und plötzlich ist der Tag auch schon vorbei.

Was bleibt, ist vor allem eines: großer Respekt.

„Pflege ist körperlich anstrengend, mental fordernd und oft auch emotional. Aber sie ist vor allem eines – unglaublich wichtig.“

Und sie funktioniert nur, weil Menschen diesen Job jeden Tag mit voller Überzeugung machen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Einblick bekommen durfte – und werde diesen Tag definitiv nicht so schnell vergessen.

Einen großen Dank an Eileen, Shpetim, das gesamte Team, die Patienten, Frau Paschka als Bereichsleitung und das gesamte SRH Kurpfalzkrankenhaus für diese Erfahrung.

Zu guter Letzt wurde mir noch eines klar: Solange wir bei vollkommender Gesundheit sind, geht es uns verdammt gut. Deshalb sollten wir jeden Tag wertschätzen. Und wenn Sie aktuell gesundheitliche Herausforderungen bewältigen müssen, wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute und viel Kraft auf Ihrem Weg zurück.

Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Du arbeitest bei easyCare und möchtest mich mal auf Station mitnehmen? Gegen einen Spendenbetrag deiner Wahl begleite ich dich gern, und easyCare verdoppelt den Betrag. Meld dich einfach direkt bei uns.“

DJ
Daniel Jäger
Stellvertretender Geschäftsführer & Disponent bei easyCare

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